{"id":60,"date":"2010-03-28T23:49:07","date_gmt":"2010-03-28T21:49:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.estefaniadelacasa.de\/?p=60"},"modified":"2010-07-12T17:56:26","modified_gmt":"2010-07-12T15:56:26","slug":"persil-im-nil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.estefaniadelacasa.de\/?p=60","title":{"rendered":"Persil im Nil I"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcppige Palmenlandschaften, satte gr\u00fcne Wiesen, gut gen\u00e4hrtes grasendes Vieh, h\u00fcbsche kleine Fischerboote: So pr\u00e4sentiert sich die Landschaft am Nil am ersten Tag meiner Kreuzfahrt. Ein paar Meter hinter dem fruchtbaren Boden und Ackerland: Steine, karge Felslandschaft und W\u00fcste.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.estefaniadelacasa.de\/wp-content\/uploads\/Nilkontraste.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-238\" style=\"border: 0pt none; margin: 4px;\" title=\"Nilkontraste\" src=\"https:\/\/www.estefaniadelacasa.de\/wp-content\/uploads\/Nilkontraste-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Der landschaftliche Kontrast am l\u00e4ngsten Fluss der Welt k\u00f6nnte nicht beeindruckender sein. Die idyllische Fahrt wird nur hin und wieder vom Anblick der sonnenanbetenden und meist viel zu leicht bekleideten \u00e4lteren deutschen und holl\u00e4ndischen Touristen gest\u00f6rt. Da bleibt kein Liegestuhl in der prallen \u00e4gyptischen Sonne ungenutzt. Durch die angenehme Brise des Fahrtwindes wird die Sonneneinstrahlung meist erheblich untersch\u00e4tzt, wie man am zweiten und dritten Tag auf den gr\u00f6\u00dftenteils rot gef\u00e4rbten Urlauberk\u00f6rpern erkennen kann. Durch das vor Ort gebuchte Ausflugspaket komme ich am zweiten Tag in den Genuss des ersten Tempels.\u00a0 Das Schiff legt in Edfu, circa 100 km s\u00fcdlich von Luxor, an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.estefaniadelacasa.de\/wp-content\/uploads\/Edfu-Tempel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-234\" style=\"border: 0pt none; margin: 4px;\" title=\"Edfu Tempel\" src=\"https:\/\/www.estefaniadelacasa.de\/wp-content\/uploads\/Edfu-Tempel-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.estefaniadelacasa.de\/wp-content\/uploads\/Edfu-Tempel-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.estefaniadelacasa.de\/wp-content\/uploads\/Edfu-Tempel.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Horus Tempel z\u00e4hlt mit seinen 2000 Jahren zu den besterhaltensten Tempel des Landes. Unser Reisef\u00fchrer hei\u00dft Ahmed (wie circa jeder zweite \u00c4gypter auch) und versucht der Ausflugstruppe die \u00e4gyptische Geschichte bei gef\u00fchlten 40 Grad im Schatten n\u00e4her zu bringen. Die Antwort zweier Touristinnen darauf ist sehr unh\u00f6flich. Ahmed und der Tempel scheinen ihnen so imponiert zu haben, dass beide vor Aufregung brechen m\u00fcssen. Allgemeine Kreislaufprobleme machen sich breit. Ahmed erkl\u00e4rt im Schatten weiter und die beiden Damen werden ebenfalls im Schatten, auf ein paar Steinbrocken, geparkt. Nun kann der aufmerksame Zuh\u00f6rer der Geschichte des einst m\u00e4chtigsten Gottes der alten \u00c4gypter lauschen, f\u00fcr den dieser Tempel erbaut wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.estefaniadelacasa.de\/wp-content\/uploads\/Horus.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-235\" style=\"border: 0pt none; margin: 4px;\" title=\"Horus\" src=\"https:\/\/www.estefaniadelacasa.de\/wp-content\/uploads\/Horus-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"143\" height=\"190\" srcset=\"https:\/\/www.estefaniadelacasa.de\/wp-content\/uploads\/Horus-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.estefaniadelacasa.de\/wp-content\/uploads\/Horus.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 143px) 100vw, 143px\" \/><\/a>Horus wird als Falke symbolisiert und gilt als Gott der K\u00f6nige, des Lichtes und der Welt. Im Tempel gibt es eine Kapelle, die Horus\u00b4 Frau, Hathor, gewidmet ist. Sie ist die Mutterg\u00f6ttin und tr\u00e4gt eine geh\u00f6rnte Sonnenscheibe auf dem Kopf. Langsam wird es etwas schwierig Ahmed zu folgen. Sein doch relativ starker arabischer Akzent l\u00e4sst mich teilweise nur Bruchst\u00fccke eines Satzes oder ganzen Geschichtsabschnitt verstehen. Der perfekte Zeitpunkt f\u00fcr eine Fotosafari ist gekommen! Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung hierbei ist, sich durch die unaufhaltsamen Touristenstr\u00f6me zu k\u00e4mpfen. Geduld ist gefragt wenn man ein Foto mit viel Tempel und wenig Touristen w\u00fcnscht. Die bestm\u00f6glichen Bilder sind im Kasten und nun kann es zur\u00fcck zum Schiff gehen. Aber nicht ohne einen Zwischenstopp bei der Apotheke, den Ahmed f\u00fcr die, von der &#8222;Touristenkrankheit&#8220; Befallenen, befohlen hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Wieder am Schiff angekommen werden wir noch einmal ausf\u00fchrlich in die Kunst des Handelns mit \u00c4gyptern eingef\u00fchrt. Der Reiseleiter, selbst aus Kairo stammend, bemerkt wiederholend, dass \u00e4gyptische H\u00e4ndler Touristen grunds\u00e4tzlich \u00fcber den Tisch zu ziehen versuchen und dabei keine Mittel und Wege scheuen. Das erste arabische Wort, das ich lerne ist &#8222;Emschi!&#8220; und bedeutet soviel wie &#8222;Verpiss dich!&#8220;. Das sagt ja wohl alles.\u00a0 Vorher k\u00f6nne man es aber auch mit &#8222;La Schukran&#8220;, was &#8222;Nein, Danke&#8220; bedeutet, versuchen. Fast \u00fcberall, au\u00dferhalb des Schiffs, wo man sich hinbegibt wird man nat\u00fcrlich sofort als Tourist erkannt und h\u00f6chst aggressiv und lautstark &#8222;gefragt&#8220; ob man denn nicht etwas kaufen m\u00f6chte. &#8222;Heute mitnehmen, morgen bezahlen!&#8220;. Die \u00c4gypter sprechen \u00fcberraschend gut deutsch und haben sich auch mit den hiesigen Handlungsmodalit\u00e4ten vertraut gemacht. Der Ausruf\u00a0 &#8222;Alles bei Obi!&#8220; regt mich dann doch etwas zum Nachdenken an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.estefaniadelacasa.de\/wp-content\/uploads\/Kom-Omba-G\u00e4ste.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-236\" style=\"margin: 0px 2px; border: 0pt none;\" title=\"Kom Omba G\u00e4ste\" src=\"https:\/\/www.estefaniadelacasa.de\/wp-content\/uploads\/Kom-Omba-G\u00e4ste-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"240\" srcset=\"https:\/\/www.estefaniadelacasa.de\/wp-content\/uploads\/Kom-Omba-G\u00e4ste-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.estefaniadelacasa.de\/wp-content\/uploads\/Kom-Omba-G\u00e4ste.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/><\/a>Am n\u00e4chsten Tag stand die Besichtigung des Kom Ombo Tempels, in der gleichnamigen Stadt,\u00a0 auf dem Programm. Die Teilnehmerzahl der Reisegruppe hatte sich offensichtlich schon erheblich reduziert. Die &#8222;Touristenkrankeit&#8220; schien nun doch mehrere getroffen zu haben. Ahmed erkl\u00e4rte nun auch nur noch im Schatten. Obwohl er immer wieder betonte, dass f\u00fcr die \u00c4gypter im Februar auch Winter sei, rannen ihm im regelm\u00e4\u00dfigen Fluss Schwei\u00dftropfen von seiner Stirn w\u00e4hrend er die Bedeutung des Doppeltempels, der im 19. Jahrhundert durch Hochwasser stark besch\u00e4digt wurde, erkl\u00e4rte. So konnte man auch nach einigen Ausf\u00fchrungen das riesige brunnenartige Loch bestaunen, in dem fr\u00fcher Krokodile gehalten wurden. Immerhin sei der Tempel auch zu Ehren des Krokodilgottes Sobek und des Falkengottes Horus erbaut worden, die sich das Geb\u00e4ude praktisch teilen. Ein Gott pro Tempelh\u00e4lfte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.estefaniadelacasa.de\/wp-content\/uploads\/Blick-vom-Botanischen-Garten-auf-den-Nil.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-230\" style=\"border: 0pt none; margin-left: 2px; margin-right: 2px;\" title=\"Blick vom Botanischen Garten auf den Nil\" src=\"https:\/\/www.estefaniadelacasa.de\/wp-content\/uploads\/Blick-vom-Botanischen-Garten-auf-den-Nil-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"119\" height=\"158\" srcset=\"https:\/\/www.estefaniadelacasa.de\/wp-content\/uploads\/Blick-vom-Botanischen-Garten-auf-den-Nil-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.estefaniadelacasa.de\/wp-content\/uploads\/Blick-vom-Botanischen-Garten-auf-den-Nil.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 119px) 100vw, 119px\" \/><\/a>Dass \u00c4gypten nicht nur Tempel, Steine und Felsen zu bieten hat, konnte man am n\u00e4chsten Tag auf Kitchener Island sehen und riechen. Hier befindet sich ein netter Botanischer Garten, der ein wenig an die heimatliche EGA erinnert. Umgeben von einem pr\u00e4chtigen Bl\u00fctenmeer erwacht der Schein eines ewigen Fr\u00fchlings. Unter dieses euphorisierende Gef\u00fchl mischen sich seltsame Laute. Pl\u00f6tzlich stehen mehrere Katzen vor mir und betteln um Nahrung. H\u00e4tte ich das vorher gewusst, w\u00e4re sicherlich die ein oder andere Scheibe Wurst beim Fr\u00fchst\u00fcck in meiner Tasche verschwunden. So kann ich den kleinen Gesch\u00f6pfen leider nichts anderes als ein paar Kekse anbieten, die ihnen aber nicht recht zusagen wollen. Schnell verlieren sie wieder ihr Interesse an mir und st\u00fcrzen sich auf die n\u00e4chsten Neuank\u00f6mmlinge.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcppige Palmenlandschaften, satte gr\u00fcne Wiesen, gut gen\u00e4hrtes grasendes Vieh, h\u00fcbsche kleine Fischerboote: So pr\u00e4sentiert sich die Landschaft am Nil am ersten Tag meiner Kreuzfahrt. 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